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Saisonauftakt 2. – 4. April 2004 in Hockenheim |
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AnkunftNach den langen drögen Wintermonaten war es mal wieder Zeit, etwas Sonne zu tanken und Rennluft zu schnuppern. Bereits am Donnerstag kam ich im Faherlager in Hockenheim an. Es ist schon beeindruckend diese riesige Asphaltfläche zu sehen, die in den nächsten Tagen die Lagerstätte für X Rennteams und deren Anhang sein sollte. Es ist zwar etwas praktischer angelegt, als die Terrassen von Spa-Franchorchamps, aber nahezu die einzigen Orientierungspunkte sind halt die Teams, die schon da sind (wie ist das eigentlich, als Erster in Hockenheim anzukommen?). Ebenfalls anders als in Spa war an den sanitären Anlagen wirklich nichts auszusetzen: Gepflegt, sauber, ausreichende "Verbrauchsmaterialien" – ein Unterschied wie Tag und Nacht! Wenn die Rahmenbedingungen so blendend sind, kann man ja nach belieben Steaks und Würstchen in sich reinstopfen, ohne auch nur die geringste Angst haben zu müssen, dass der "innere Rückstau" die Kragenweite beeinflusst! Entsprechend wurde ausgiebig getafelt und getrunken! Ein weiterer Vorteil, wenn man schon recht früh ankommt ist, dass man den inflationären Aufwärtstrend der Renntransporter verfolgen kann: Waren vor ein paar Jahren Anhänger mit Plane noch ein Transportmittel mit dem man auffallen konnte, so ist das heute zwar nicht anders, aber man bewegt sich am anderen Ende des Feldes! Ein 7,5-Tonner sollte es eigentlich schon sein – wenn man knapp bei Kasse ist! Der Trend geht eigentlich mehr zum Sattelschlepper mit kompletter Werkstatt und Vorzelt für Team und fünf Autos! Umso erstaunlicher war ein Wahl-Wuppertaler, der mit seinem "95 % original(en)" Porsche 911 RS auf eigener Achse auf den reifen, die auch im Rennen gefahren werden, angereist ist ("Für die 300 km miete ich mir doch keinen Hänger!"). Naja, feuerfeste Unterwäsche und eine Zahnbürste, dann ist der Wagen ja voll! Und als der 911 "RS" neu war (und vermutlich noch kein RS), sind ja viele Rennfahrer mit ihren Gruppe-1- oder Gruppe-4-Fahrzeugen auf eigener Achse angereist – warum also nicht auch 30 Jahre später? Diese Herangehensweise fand ich schon couragiert – da fällt auch eine Übernachtung im Hotel nicht neativ auf: Ein Zelt geht in den Wagen einfach nicht rein (noch nicht mal eine Bundeswehr-"Dackelgarage"!). Eine weitere Sehenswürdigkeit war das "Idiotenblasen", wie "freies Fahren" gelegentlich auch genannt wird. Vom verstoßenen "dritten Schumacher-Bruder" bis zu Jake und Elwood Blues – mittlerweile im Benz W126, aber mit gleicher Farbgebung – unterwegs, war eigentlich alles vertreten! Der Freitag ging mit diversen Belanglosigkeiten rum: Mal zum Bus der Youngtimer-Trophy gehen, die Nennung abgeben, die Süßigkeiten auf dem Tresen vernaschen und das freche Gesicht der der Multifunktionsträgerin Karin K. genießen, mal durch das Fahrerlager streunen und diverse interessante Fahrzeuge knipsen und so. Natürlich hatte ich, wenn ich eine kompetent aussehende Person gesehen habe, immer gefragt, ob es recht sei, ein paar Bilder zu machen. Entweder haben die Leute zugestimmt, mich ignoriert oder sie sahen eben nicht kompetent aus! Aber ein aufmerksamer Gang durch das Fahrerlager verschaffte schon auch inmanchen Punkten einen habenswerten Wissensvorsprung: Von der Zuschauertribühne der Sachs-Kurve wurde beispielsweise ein Wagen als "Lada" identifiziert, von dem ich wusste, dass es einer dieser Triumph Dolomite in der Sprint-Version war. In Opel-Kreisen ist "Sprint" gleichbedeutend mit "Schadstoffstark und Leistungsarm", aber den Dolomite hatte es in einer 16-V-Version gegeben. Aus 1998 ccm produzierte der Wagen knapp 130 PS in der Straßenversion – die Rennversion des Wagens ist "möglicherweise" stärker! RennenAm nächsten Morgen ging es dann los: Freies Training bis der Arzt kommt! Insgesamt vier halbstündige Fahrmöglichkeiten wurden angeboten. Positiv erwähnen muss ich einen Alfa-Fahrer, der mich auf Nachfrage bereitwillig das Reaktionsdreieck seines Wagens hat ablichten lassen. Normalerweise bekommen viele Fahrer so einen neurotischen Blick wie ein Berserker im Blutrausch, wenn man sich unter den Wagen legt und ein paar Bilder macht! Ganz anders Michael Rinschen: Er fragte, warum ich mich denn dafür interessiere, die Opel hätten doch einen Panhardstab? Genau deswegen ist ja das Reaktionsdreieck interessant! Sehr gut gefallen hat mir auch der Ascona A von ESR-Tech, weil er genau so aussieht, wie ich mir einen Rennwagen vorstelle: Nicht im klassischen Sinne eine Schönheit, sondern ein Wagen der mit Selbstbewusstsein zeigt, was er hinter sich hat. Beim Abendessen in der "Kantine" der Youngtimer-Trophy gab es auch ein längeres Schwätzchen mit Frank und Uwe von ESR-Tech bei Bier und guter Laune. Die Rennen waren ganz nett, aber als Zuschauer macht so ein Rennen vermutlich deutlich weniger Spaß als das die aktive Teilnahme im Fahrzeug. Viel spannender als die Zeit auf der Tribühne ist eigentlich das Rumstreunen im Fahrerlager, um Rennfahrzeuge detailliert und aus der Nähe zu sehen, oder die Invaliden mit ihren "Kampfverletzungen" in Augenschein zu nehmen. |
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| Bilder vom Saisonauftakt 2004 | ||
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