Operation "Mundschenk"

Thomas Rüdiger

 

Freitag:

Nach langer Zeit steht heute wieder eine Exkursion in den Landkreis Hanau (Hessisch Uganda) auf dem Plan. Nach Dienstschluss werden in großer Eile diverse Vorbereitungen getroffen, damit ich schnellstmöglich mit
dem Klingonenkreuzer zu einer erneuten Werkstattparty nach Bruchköbel-Butterstadt aufbrechen kann.

Zunächst müssen noch Getränke und Grillfleisch beschafft werden. Im Anschluß daran ist noch Großreinemachen für die Außenhaut des Klingonenkreuzers am nahegelegenen Waschplatz befohlen.

Beim anschließenden Beladen gibt es diverse Verzögerungen – hauptsächlich deswegen, weil ich die Wegbeschreibung nicht mehr finden kann. Die Suche danach gebe ich schließlich etwas angenervt auf und beschließe, mich komplett auf die satellitengestützte Navigationsphalanx zu verlassen.

Die Anfahrt verläuft absolut stressfrei (bis auf die kurze Begegnung mit einem Audi-Fahrer kurz nach erreichen der A3, welcher vehement seine Meinung zum Ausdruck bringt, daß ich mit 130 km/h nicht auf die dritte Spur darf, wenn sich auf den beiden anderen zwei LKW ein Elefantenduell liefern und er ungehindert mit 230 km/h passieren möchte).

Ein erster Vollgastest seit der Wiederauferstehung der alten Dame bis 180 km/h wird problemlos bestanden. Hierbei zeigt sich auch über die gesamte Tachodistanz im Abgleich mit dem Navi, daß das Tacho faszinierenderweise absolut genau geht – wieder mal ein Punkt, an dem sich moderne Automobile ein Beispiel nehmen könnten.

An der Werkstatt gegen 21:00 Uhr angekommen, wird die alte Dame anerkennend begrüßt. Ziemlich schnell ist auch das erste Einlaufbier geöffnet und der Grillabend kann beginnen. Einzig der Umstand, daß wir diesmal nur vier Personen sind, trübt die Freude ein wenig. Doch der recht bald auf drei Personen zusammengeschmolzene harte Kern, bestehend aus Jürgen, Thorsten und mir, läßt sich dadurch die Stimmung nicht vermiesen. Gesprächsthemen gibt es genug. Wir übertreiben es heute auch nicht mit dem Bierkonsum, was sich für den nächsten Vormittag sehr positiv auswirkt …

 

Samstag:

Relativ früh sind wir drei heute auf den Beinen. Kurzentschlossen wird mit meinem Commodore A Coupé 2,5 S und Jürgens silberfarbenen 1700er Rekord C Coupé der Weg zum nächsten Burgerking gesucht, damit wir ausgiebig frühstücken können. Thorsten nimmt bei der Tour auf meinem Beifahrersitz platz. Vor Ort angekommen genießen wird den Anblick dieser beiden schönen nebeneinander parkenden Coupés und die Reaktion diverser Passanten auf unsere Fahrzeuge.

Nachdem die Mägen vollgehauen sind, machen wir uns auf eine wilde Kurvenhatz über diverse Landstraßen in der näheren Umgebung. Die kleine Tour macht unheimlich Laune. Ein klein wenig frustrierend ist es allerdings schon, daß die alte Dame gegenüber Jürgens hervorragend laufenden 1700er keinerlei Boden in der Beschleunigung gut machen kann – die Feinarbeiten, welcher er an seinem Solex-Vergaser durchgeführt hat, verleihen dem kleinen Aggregat regelrecht Flügel.

Würdig ausgeglichen wird dieser Umstand allerdings dadurch, daß von der Tann trotz schlechterer Gewichtsverteilung durch den dicken Grauguß-Reihensechsers auf der Vorderachse ein gutes Stückchen besser in den Kurven liegt, als der Rekord von Jürgen. Alles in allem braucht sich kein Wagen hinter dem anderen zu verstecken. Sind schon zwei feine Fahrmaschinen, die hier heute über die Landstraßen räubern.

Schließlich treffen wir wieder vor der Werkstatt ein. Die restlichen Sachen werden noch in den Laderäumen der klingonischen Schlachtkreuzers verstaut und mit versenkten Scheiben mache ich mich auf den Heinweg. Am frühen Nachmittag wird die Heimatbasis erreicht.

 
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